Freitag, 17. Juli 2026

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Mehr oder weniger konkret ... schon recht direkt und ungeschminkt ... bot mir Bodo "der Hauer" seine linke Gerade an. Schließlich blieb mir kaum noch die Zeit, mein halb volles Glas CHANTRÉ ordnungsgemäß abzustellen - als mich ein Treffer nach dem anderen regelrecht versenkte. Das erwähnte Glas flog, einen hohen Bogen beschreibend, durch das völlig verqualmte Lokal - und die Fliehkräfte sorgten für den Moment sogar noch dafür, dass kaum ein Tropfen des guten Stoffes daneben ging. Natürlich musste es dann irgendwann, zum Ende der rasanten Flugreise hin, ordentlich scheppern und spritzen. Alles gut verteilt im weiten Rund und das liebe Peterchen ging instinktiv in eine gut gekonnte Halb-Deckung. Er kannte sich mit solchen Szenen recht gut aus. Immer wusste er alles ganz genau und tat altklug.

Meine aufgeplatzten Lippen schmeckten nun den alten schweren Teppich ... den muffigen ... den stinkenden ... den dreckigen Teppich eben. Da traf mich Bodos Arbeiterschuh mit voller Wucht am Hinterkopf und mein Gesicht versuchte vergebens im Boden zu versinken. Da brach und übergab sich alles was nicht widerstandsfähig war - mit Anatomie kannte ich mich bis dato überhaupt noch nicht aus. Ein Knacken, ein Krachen zeugte vom Nachgeben des Nasenflügel auf betoniertem Untergrund. Der Teppich darüber hatte da keine dämpfende Wirkung. Ich stellte mich tot. Peter flüsterte mir das als ganz heißen Tipp oder Strategie zu. Wobei ich mich dazu nicht sonderlich schauspielerisch bemühen musste - so leblos war alles in mir. Bode hatte hernach ein Einsehen und meinte nur fast schon väterlich, dass ihm das alles auch keinen Spaß bereite ... und es gegen seine Prinzipien verstoße ... und in den Tiefen seines Wesens lehnte er ja Gewalt sowieso ab ... Ich glaubte ihm das nur etwas.

Das dieser Abend hier an der Bar nicht ganz so leicht durch spazieren würde, dass war mir eigentlich von vornherein klar. Bodo, besagter Hauer, war noch nie die hellste Birne in einer Lampe ohne Strom - aber heute war er ganz besonders dümmlich. Den gesegneten Rest seines Gripses nutzte er dann zu meinem Leidwesen für seine Künste im Umgang mit den Fäusten. Und dieser stumpfsinnige Bodo sitzt also neben mir und nutzte den kleinsten Anlass für sein im Platzen begriffenes Ventil. Peter, mein treuer Freund, ahnte das schon beim Betreten des Raumes ... sah den Bodo, sah mich an und schüttelte den Kopf. Aber meine eigene Gutgläubigkeit, die angeborene Naivität, dieses ständige Hoffen auf das Gute im Menschen - das brach mir am Ende die gute alte Nase an meinem Kopf. Das Taktieren mit dem Leben braucht etwas mehr Sachverstand. Mit dem Barhocker kippelnd schlürfte ich durch einen wunden Mund die brennende Plörre.

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