Peter sagt, in seinem Oberstübchen gehe es drunter und drüber - seine Gedanken erscheinen ihm wie eine dieser störrischen Modelleisenbahnen ... welche immer wieder entgleist ... egal wie geduldig sein Betreiber sie unablässig auf die gut gepflegten Spielzeug-Gleise stellt. Und dann sei da noch dieses gleichmäßige Klopfen gegen die innere Hülle der Schädeldecke ... nein, keinerlei Schmerz sondern ein gefühlvolles Pochen ... ganz so als wolle man mit dem Stiehl eines hölzernen Besens zaghaft gegen die Zimmerdecke wummern ... um sich Gehör zu verschaffen. Peter stochert mit der langen, spitzen, silbernen Erbstück-Gabel einzelne sattgrüne Erbsen vom Teller und zieht sie kurz danach nur mit den gespannten Lippen ab in den Mund. Aus dem Fenster sehend erblickt er seine tot geglaubte Mutter ... sie nickt ihm freundlich zu ... Warme liebevolle Äugelein strahlen aus der faltigen braunen Gesichtshaut. Sie sagt: „Komm mein liebes Peterchen, die eine Gabel noch ... für Oma Inge aus Marburg ... und dann noch eine für den gefallenen Onkel Achim!“ Danach küsst sie ihn auf die hohle Wange und Peter schraubt ganz schnell am güldenen Kronkorken ... haut sich fast alles hinter und verschluckt sich dabei heftig.
Peter sagt, ihm sei im Kopf alles vertrocknet. Die Dürre nimmt sich alle Lebendigkeit und auch den Ausblick auf eine neuerliche Veränderung. Dann erscheint ihm immer seine tot geglaubte Mutter und kümmert sich. Plötzlich ist sie da wie eine Heiligenerscheinung ... schwebt durch die unordentlichen Zimmer und seinen wirren Kopf. Was für ein heilloses Durcheinander das dann wieder ergibt ... und das verwöhnte Söhnchen kocht sich pampigen Grießbrei bis zum völligen Erbrechen. Was das wieder darstellen soll.
Im eiskalten Badezimmer beginnt er sich vor dem Spiegel am ganzen Körper ausgiebig selbst zu streicheln ... vorsichtig, sorgsam, ganz ganz leicht. Gänsehaut entsteht ... Entspannung macht sich breit und langsam stehen alle zerflederten Bücher mit seinen Gedanken wieder an Ort und Stelle ... in den wackligen Regalen seines Gehirns. In der Wanne baut sich Peter eine Art Bett ... packt alte Decken und fleckige Kissen hinein ... lässt die Wasserhähne geschlossen und schläft plötzlich darin ein wie ein riesenhaftes Baby. Seine tot geglaubte Mutter rückt sich einen Badhocker heran und summt dazu Wiegenlieder ... So ist das manchmal wenn alles noch einmal gut gegangen ist.

