Asche. Vom Winde für ewig und in alle Welt verweht ... oder in Klump und Matsch verwandelt durch den Regenguss aus heiterem Himmel. Zwischen Daumen und Zeigefinger zerrieben, daran gerochen und vorsichtig mit der Zunge beleckt. Der Kapitän steuert routiniert wie leicht genervt seinen angerosteten Kahn mit der flennenden Trauergemeinde durch die schlichten Wellentäler und kippt sich dabei kleine Feiglinge in sein unrasiertes Maul. Holger ist tot. Der alte humpelnde Geizkragen. Und plötzlich - wie aus dem Nichts - war dieses Aas doch gar nicht mal so ein schlechter Mensch! Der Kapitän verzieht sein Gesicht zu einer frustrierten Fresse und lässt seine lederne Zunge kreisend herumfuchteln. Wie aus dem Nichts brüllt er gegen den aufkommenden Wind seine Kenntnisse über das Leben auf See ... „die Fische könnten kotzen“ oder „Steck dir deinen Anker in den Arsch“. Irritierte Blicke aus verheulten Visagen. Dieses heuchlerische Getue, dieses Verwischen von Tatsachen, dieses sentimentale Nachdenken über vergebene Chancen auf Versöhnung! Holger hatte immer blau gefrorene Finger. Die Kälte ging vom Herzen aus. Und wenn es eine Form von Güte gab, dann diente sie stets nur seinem Spiegelbild. Also scher dich zum Teufel und liebkose seinen stählernen Huf! Der Kapitän entdeckt zwischen all den bereits getrockneten Tränen auf seinem Deck, den Unrat zwischen den Planken. Kaffeesatz ist das! Es bleibt eben immer was zurück. An den Bitterstoffen des Lebens schrubben die Bootsjungen ein Leben lang.
Montag, 16. Februar 2026
Samstag, 14. Februar 2026
MÄRZ.
Du gehst einstweilen gebückt vorüber und deine Wintersonne wird qualvoll verdursten. Die Wege verlieren ihre gelobte Einsamkeit, eine friedliche Ruhe verkriecht sich zwischen den noch halb erfrorenen Halmen. Niemand hat dich nach deiner Meinung gefragt. Deine zögerlichen Farben verkünden reizvolle Versprechungen, das Wachsen entspricht nur der üblichen Hoffnung nach einer weiteren Zugabe. Du versuchst es immer wieder aufs Neue. Nimmersatter, zappeliger März - zweifelnder Wichtigtuer! Deine schmalschultrige Kälte zerbricht an dem Lauf der Dinge! In deiner Nähe tummeln sich die ersten Begeisterten ... Das Trügerische daran sind all die Versprechungen und das vermeintlich gut Gemeinte. Jeder verfällt seinen sehnsüchtigen Gedanken, jeder vergibt plötzlich alle Schuld - und nur du, du eingeklemmter März, wirst um die Dummheit aller wissen!
Mittwoch, 11. Februar 2026
THE SERVICE.
Sonntag, 8. Februar 2026
FRAGILIS.
Donnerstag, 5. Februar 2026
STICHPROBEN.
Samstag, 31. Januar 2026
WO SIND DIE MEISEN IN DER NACHT?
Dienstag, 27. Januar 2026
TABLETTEN-SCHORSCH.
Sonntag, 25. Januar 2026
BUCHTIPP!
GOLDSPUR DER GARBEN
Dienstag, 20. Januar 2026
DIE TEXTAUFGABE.
Wenn die Technik veraltet, wenn der Baum sich schüttelt und sein Blätterwerk abgibt, wenn der Bart ins Graue übergeht, wenn das alte Haus in sich zusammenfällt, wenn der Wagen liegen bleibt, wenn ein Zeugnis alles besiegelt, wenn die Urne sich senkt, wenn die Bahnstrecke stillgelegt wird, wenn Großvater ein letztes Mal seufzt, wenn die Tränen getrocknet sind, wenn der Leichenwagen über die Dorfstraße holpert, wenn das Kinderspielzeug verstaubt, wenn im Flacon nur noch die Leere gähnt, wenn die Luft raus ist, wenn die Schwestern und Ärzte überm Krankenbett flüstern, wenn das Wasser in der Vase verdunstet ist, wenn der Laden für immer schließt, wenn die Scheidung amtlich ist, wenn das Grab frisch ausgehoben wurde, wenn die Kinder aus dem Haus gehen, wenn der Flieger senkrecht fällt, wenn die Felder brach liegen, wenn die Stille versteht zu brüllen, wenn der Frieden sich ergibt, wenn die gute Laune abgelaufen scheint, wenn der Schimmel alles übernimmt, wenn der Kapitän das Schiff verlässt, wenn der Pfarrer sich in der Scheune aufknüpft, wenn die Löcher in den Socken nicht mehr gestopft werden, wenn die Lust in Gier übergeht, wenn die Zeit zu Staub wird, wenn sich unsere Hände loslassen, wenn sich alle Farben ins Negative verwandeln, wenn Kerzen sich nicht mehr entzünden lassen, wenn auf die Tischdecke keine Flecken mehr passen, wenn mein Blick ins Leere fällt, wenn die Rosen nicht mehr riechen, wenn die Tiere den Hass entdecken, wenn die Fahrt kein Ende nimmt, wenn sich Holz nicht spalten lässt, wenn der Zufall es nicht will, wenn das Sieb keinen Durchlass mehr kennt, wenn kein Weg vorbei geht, wenn die Berge zu Wasser werden, wenn ein Echo nie mehr verstummt, wenn das letzte Hemd nicht existiert, wenn am Ende der Schlange kein Ende in Sicht ist, wenn Bücher sich nicht öffnen lassen ...
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Samstag, 17. Januar 2026
JAZZ! ALTER MANN!
THE OSCAR PETERSON TRIO macht Jazz alter Mann! Aufreizend vulgär sinkt die Nadel ins Gerillte und beginnt mit dem „Night Train“ von Duke Ellington. Locker flockig und leicht klimpert das Piano in die schwüle warme Nacht hinein. Vereinzelte Junikäfer wummern immer wieder an die erleuchteten Fenster meines Arbeitszimmers, erbeten damit Einlass in irgendeinen vermuteten Zustand des Glücks. Der schlanke Hals eines Supermarkt-Bieres biedert sich an und erzwingt schließlich ein leichtes Rauschen in der Hitze des Gefechtes. Zärtlich streichelt das kurz gehaltene „Georgia on my mind“ über meine aufrecht stehenden Rückenhaare, der Wolf wird heute keine Lämmer mehr reißen - es kann alles so schön unwirklich sein.
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In die aller größte Stille hinein, ins unbegreiflich Stumme, scheinbar ohne jegliche Bewegung und letztlich wie vakuumverpackt ... lärmt ein...
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Alte Menschen wellen sich, welken nach und nach - und manchmal fallen sie einfach so in sich zusammen. Mir gegenüber sitzt einer von jenen, ...
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Der Film hat mich wirklich sehr berührt. Es flossen Tränen auf meine klebrigen Hände (Popcorn!). So schnell konnte man mich berühren! Das st...









