Aromen von Lila, Weiß, Blau und Schwarz
Klares Wasser, eine warme Bude, zwei Hände auf beiden Schultern, wohliges Völlegefühl, Sonnenlicht, Wirrwarr aus abwartenden Sternen, ein feiner Rausch, die Gleichgültigkeit des Wellenschlags - mit etwas Geduld ließe sich weiter verschriftlichen, was ein kleines Herz mit Vorfreude in Empfang nehmen möchte.
„Die Zeit ist um!“ dürfte ein nicht gern gehörter Satz gewesen sein. Ein adretter Turnlehrer mit silberner Stoppuhr hängt abends an der Bar und kippt sich einen kleinen See in den verkanteten Schädel. Immer die gleichen Abläufe auf der vereinsamten Straße und immer noch die Mahnungen von Mutter und Vater im Ohr.
Kondensmilch trifft frischt aufgebrühten Schwarztee und behutsam vertun sich die Elemente, verlieren sich Unterschiede, verblassen Kontraste. In der Badewanne liegend, immer wieder heißes Wasser nachgebend, vergehen mir die mühseligen Gedanken, gelingt die Träumerei - alte Haut wellt sich dennoch und vergeht um so schneller.
Es ist Dezember. Ein privilegierter Monat der sich viel zu wichtig nimmt. Dabei könnte alles so einfach sein - Vorfreude, Jesu Geburt und endlich wieder etwas Rückenwind für Glaube, Liebe und Hoffnung. Stattdessen zerschellt ein voreiliger Sportwagen an einem unschuldigem Bäumchen namens Linde. Blaulicht verzaubert die erschrockene Starre.
Eines lieben Tages wird auch der schönste Gag verpuffen. In Luft aufgelöste Fröhlichkeit, keine Gänsehaut - der denkende Kopf zerbricht an den immer gleichen Hürden. Das betreute Wohnen für elternlose Kinder ist wie fallender Schnee der sofort wieder taut. Kein Grund zur Freude und trotzdem Teil von etwas Ganzem.
Lila, Weiß, Blau und Schwarz passen ganz gut zusammen. Die Farben gefallen sich gegenseitig, es entstehen liebevolle Verwandtschaften. Eine blinde Frau hat erzählt, man könne Farben schmecken. Und so sei der Friede mit euch allen und der Glaube stärker als aller Hass und alle Gewalt. Dann gibt es Hoffnung.

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