Freitag, 8. Mai 2026

PETER STEHT IM REGEN.



Nimmermüde fällt er ... nass und schwer ... der Regen ... gleichmäßig verteilt, kontinuierlich wie gnadenlos ... stets und ständig in diesen grauen Tagen. Peters Zigarette wird feucht und qualmt wie ein Schlot ... oder klammes Laub ... hängt schlaff nach unten. Er flucht leise vor sich hin ... spuckt seine schwere Aule quer über den speckig glänzenden Gehweg ... zieht beide müden Beine schwerfällig hinter sich her und sucht einen trockenen Unterschlupf. Bei einem blühenden Kastanienbaum tröpfelt es nur leicht ... Düfte steigen auf ... erdig und wie aus Rosen, Veilchen ... muntere Rinnsale schlängeln sich spielerisch um den kräftigen Stamm. Peter lehnt sich gegen ... stützt beide Hände auf seine zitternden Oberschenkel ... vornübergebeugt ... und reihert sich lauthals die Seele aus dem Leib. Erbricht aus einem einzigen Guss und nimmt seine aufkommenden Tränen als Zutat für dieses furchtbare Malheur. Keine Menschen weit und breit. Glück im Unglück. Schlieriger, dampfender Brei zwischen den triefenden Schuhen ... elendiges Würgen ... Bitterstoffe ... brennender Reiz ... Unbehagen ... Schmerzen in der Magengrube. Peters Handrücken fährt nervös über den aufgesperrten Mund ... wischt grob einmal drüber ... streift seitlich die hängende Hose. Und der Regen dringt boshaft durchs Laub ... aufdringlich sickert das Wasser durch das Blattwerk ... es macht jetzt keinen großen Unterschied mehr. Zwei Spatzen mit klebenden Federn verstummen ob der Schauer ... picken schließlich in der groben Kotze nach irgendeinem Vitamin. Peter glotzt mit weit geöffneten Augen vor sich hin ... beobachtet die Tiere und wie sich kleine Bäche zu einem winzigen Strom vereinen. In den Zwischenräumen eines langen Tages sammelt sich der Trübsinn und rasselt mit allem was er hat. Es marschieren die traurigen Gedanken zu den alten Erinnerungen ... eine militärische Parade in voller Montur ... stramm stehende Söldner des einbruchsicheren Schicksals. Die Atmung zerfällt in hastiges Keuchen ... der Lebensstress schlittert ungebremst durch die brüchige Zeit. Peter macht kräftig in die Hose.

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