Nichts bewegt sich. Alles wartet. Keiner kommt voran. Stillstand. Ist das nicht wunderbar?
Wenn ich mir die Wipfel der Bäume ganz genau beschaue, dann erkennen selbst meine müden, unscharf fokussierten Augen keinerlei Regung. Ach! Und der Himmel erst ... mattes königsblau von links nach rechts, quer wie diagonal. Nicht das kleinste Wölkchen hastet oder schleicht vorüber, kein Flieger in der Ferne ... Ausgebremste Gegenwart. Die Ruhe selbst.
Im Abteil träumt eine komplett schwarz gekleidete Mittdreißigerin unter dem reißenden Gewicht ihres mächtigen Vorbaus. Leblos hängen breite Arme seitlich herunter. Ein Kaugummi ist im Begriff, den leicht geöffneten Mundwinkel in freiem Fall zu entkommen ... Das Leben zementiert sich auf höchst köstliche Weise. Mir bleiben in dieser Leere viele Gedanken, fein sortiert ... Anlauf nehmend, platzieren sie sich majestätisch in Reih und Glied. Ordnung in Reinkultur. Das tut gut.
Stramme Waden, ein viel zu lustlos geratener Hintern, lieblos lackierte Fußnägel direkt vor mir am Fahrkartenautomaten. Die Äcker müssen bestellt werden, wo die Erde noch fruchtbar scheint. Mir bleibt nicht mehr viel Zeit, das spüre ich an leblosen Tagen ganz besonders. Gleich und gleich gesellt sich gern ... Himmel, Arsch und Zwirn ist das heute still! Keiner haut mit der Faust auf den Tisch und fordert mit dem Schnaps sein Existenz ein. In der Hoffnung auf eine baldige Weiterfahrt, verbleibe ich mit besten Grüßen!

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