Schreckliches trug sich zu ... in meinen wirren Träumen innerhalb nur einer einzigen Nacht! Dabei strich mich der übel riechende Kalter-Keller-Atem meines armseligen Stiefvaters, der mit den immer kalten blauen Fingern und dem verzweifelten Stottern beim Erklären des kleinen Einmaleins. Kurz darauf zerbrachen mir fast alle Zähne in meinem Mund ... zerfielen zu harten Krümeln, bröselig und scharfkantig hatte ich plötzlich nur noch lauter Einzelteile in meinem röchelnden Mund. Plötzlich schwenkten drei riesige mit Milch gefüllte Brüste auf mich zu ... baumelten schwer über mir aus und fielen schließlich als heiße Masse auf meinen Kopf - und ich drohte wirklich daran zu ersticken. Peter meinte dazu, man dürfe nicht über seine schlechten Träume sprechen - sie würden sich sonst immer weiter verschärfend wiederholen und ich käme dann nie wieder raus der Nummer. Peter kennt sich darin aus. Seine irrsinnigen Träume hängen noch spät am Tag in ausladenden Tränensäcken unter feuchten Augen. Sie machen es sich seit je her darin bequem.
Die agilen Grashüpfer und Heuschrecken, die Grillen wie auch Mücken terrorisieren mich ... hinterm Haus am trockenen Hang mit den toten Halmen. Die Dürre scheint ihnen ein Fest und ihre sogenannte Musik präsentiert sich wie das Piepen aus eintausend Gabelstaplern im Rückwärtsgang. Peter nimmt eine Schrotflinte zur Hand - dreißiger Streuung, heftiger Rückstoß und ballert damit ins gelackte Schwarz dieser aufreizend provokanten Sommernacht. Der Schuss geht sprichwörtlich nach hinten los ... nur noch aufgeregter tiriliert das Volk der Insekten und höhnt lauthals über die ewige Einfalt der scheinbar überlegenen Menschen. Peter kratzt sich mit dem langen Lauf der Knarre den üppig behaarten Rücken. Nicht ganz ungefährlich scheint mir das ... aber mein treuer Freund mimt gerade mal wieder einen gut kopierten Hemingway-Verschnitt. Ist noch Schnaps im Kühlschrank?
Träume sind kleine Katastrophen. Wie nach einem furchtbarem Kinobesuch entrinnt man ihnen jedoch immer. Was bleibt, ist der Schlag großer Glocken direkt unter der Schädeldecke ... das große Grübeln beginnt, die Sinnfragen reiben sich gegenseitig zu einem kleinen Feuerchen und ergeben am Ende doch nur etwas abgekühlte Asche. Meine Blicke suchen den Himmel ab. Große Sehnsucht, ja schier unendliche Sehnsucht befällt mich ... nach Mutters Händen und den liebevollen Aufmunterungen. Als Kind fuhr sie mir durchs schweißgebadete Haupthaar, teilte den Scheitel, kringelte mit dem Zeigefinger kleine Löckchen und landete mit einem Kuss auf meiner heißen Stirn. Der boshafte Traum war aus und alles löste sich in kindlichem Ur-Vertrauen auf - was für ein großartiges Gefühl! Ein Kick! Ein Wohlgefallen! Peter schickt noch eine ordentliche Salve in Richtung Nichts.

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